Shaper Origin CNC-Handoberfräse

Die Shaper Origin CNC-Handoberfräse (kurz: Shaper) arbeitet so: Eine Kamera erkennt spezielles Markertape auf dem Werkstück, du schiebst die Maschine grob entlang des Entwurfs, und Motoren halten den Fräser genau auf der Linie. Im ZAM stehen zwei Geräte mit Zubehör in der Holzwerkstatt zur eigenständigen Nutzung bereit.

Diese Seite fasst die Basics und alles ZAM-Spezifische zusammen. Verbindlich ist außerdem die offizielle Betriebsanleitung; alles Weitere steht auf der offiziellen Hilfeseite. 2-Seitige Kurzfassung die in den Systainern liegt.

Wer darf den Shaper nutzen?

Sicherheit

Gefahren: Der Fräser dreht mit bis zu 26.000 U/min und läuft nach. Lose Teile werden weggeschleudert. Dazu kommen Lärm und Holzstaub (Laubholzstaub, z. B. Buche oder Eiche, ist krebserzeugend).

Sicherheitszeichen nach ISO 7010: Gehörschutz, Schutzbrille, Staubsauger verwenden, feste Schuhe, keine Handschuhe beim Fräsen, Schutzabdeckung

Regeln:

Notfall: orange Taste → Spindel aus → Netzstecker des Shapers ziehen.

Was gehört dazu?

Jeder Shaper steht in einem eigenen Systainer mit derselben Nummer. Nach der Nutzung kommt alles in den Systainer mit derselben Nummer zurück.

Wo

Inhalt

Werkzeugtasche (unter dem Shaper)

2 Rollen ShaperTape, 4-mm-T-Sechskantschlüssel (Spindel entnehmen), 19-mm-Maulschlüssel (Spannmutter), Ersatzfräser, USB-Stick

Kleine Box Spannzangen (im Systainer)

3 mm, 6 mm, 8 mm, ⅛″, ¼″

Kleine Box Fräser (im Systainer)

3 mm, 6 mm, 60°-Gravurfräser (alle mit 8-mm-Schaft)

Am Shaper selbst

Schutzabdeckung, Frässpindel, Transportsicherungen (2)

Standard ist die 8-mm-Spannzange. Alle ZAM-Fräser haben 8-mm-Schaft. Der Fräserschaft muss zur Spannzange passen. Fräser dürfen höchstens 25 mm Durchmesser haben und müssen für min. 26.000 U/min zugelassen sein.

Ablauf in Kürze

  1. Checkliste: Shaper, Spindel, Kabel und Fräser unbeschädigt? Kamera sauber? Schutzabdeckung drauf? Schutzausrüstung angelegt? Sauger angeschlossen?
  2. Spannen: Opferplatte und Werkstück mit Zwingen, Vorrichtungen oder Doppelklebeband befestigen, auch allen Abschnitte die entsterhen werden.
  3. ShaperTape kleben und scannen (siehe unten).
  4. Fräser einsetzen, Durchmesser am Bildschirm eingeben, Z-Touch ausführen.
  5. Entwurf laden (Shaper Hub oder USB-Stick) oder am Gerät zeichnen und platzieren. Fräsart, Versatz und Tiefe einstellen.
  6. Aircut: Mit der Aircut-Funktion den Weg einmal ohne Materialabtrag abfahren, dabei Tape-Anzeige, Zwingen und Kabelführung prüfen.
  7. Fräsen: Sauger und Spindel an. Mit der grünen Taste eintauchen und dabei stillhalten, bis der Fräser unten ist. Dann gleichmäßig schieben, den Kreis auf der Linie halten und mit der orangen Taste hochfahren.
  8. Aufräumen (siehe unten).

ShaperTape

Fräser wechseln

  1. Spindel ausschalten und den Stecker der Spindel am Shaper abziehen. Schutzabdeckung abnehmen.
  2. Klemmschraube der Spindelhalterung mit dem 4-mm-T-Schlüssel lösen und die Spindel nach oben herausziehen.
  3. Spindelarretierung drücken, die Spannmutter mit dem 19er-Maulschlüssel lösen und den Fräser tauschen. Den Fräser weit genug einstecken.
  4. Die Spannmutter anziehen. Nie ohne eingesteckten Fräser festziehen.
  5. Spindel mit dem Schalter zu dir und dem Kabel links bis zum Anschlag einsetzen. Die Klemmschraube handfest anziehen.
  6. Prüfen, dass der Spindelschalter auf AUS steht, dann den Stecker einstecken. Schutzabdeckung aufsetzen.
  7. Fräserdurchmesser eingeben, Z-Touch.

Handschuhe sind nur beim Fräserwechsel erlaubt, die Fräser sind scharf und können heiß sein.

Fräsen: Reihenfolge und Strategie

Reihenfolge: 1. Gravuren → 2. Taschen → 3. innenliegende Konturen → 4. Außenkontur (gegebenenfalls mit Stegen). So bleibt das Werkstück so lange wie möglich am Stück.

Fräsarten (so heißen sie am Gerät):

Fräsart

Wofür

Vorbelegung aus SVG

Außen

Teile mit Endmaß

schwarze Kontur, schwarze Füllung

Innen

Löcher und Ausschnitte

schwarze Kontur, weiße Füllung

Auf Linie

Gravuren und Nuten, ohne Versatz

graue Linie, keine Füllung

Tasche

Flächen ausräumen; danach einmal mit Innen nachfahren

graue Füllung

Hilfslinie

wird nicht gefräst

blaue Linie oder Füllung

Liegen mehrere Pfade im Kreis, wählst du über die Pfadauswahl aus, welcher gefräst wird. Tiefe, Versatz und Fräsart gelten immer nur für den gewählten Pfad.

Z-Touch: Vor jedem Schnitt, nach jedem Fräserwechsel und auf jeder neuen Oberfläche. Der Shaper muss dabei flach aufliegen.

Durchfräsen:

Beispiel 15 mm Multiplex mit 6-mm-Fräser: 5 mm → 10 mm → 14,5 mm (jeweils mit Versatz) → 15,5 mm ohne Versatz.

Auto-Modus: Grüne Taste gedrückt halten, dann fährt der Shaper den Fräser im Kreis selbst entlang der Linie, du führst nur nach. Zweimal drücken vor dem Start schaltet Auto-Locked ein. In der Fräsart Tasche gibt es keinen Auto-Modus.

Ecken: Kurz vor der Ecke anhalten und die Ecke im Auto-Modus abfahren lassen. Du solltest vor dem Fräser an der Ecke sein.

Aircut (Luftschnitt): Die Aircut-Funktion stellt die Frästiefe negativ, also über die Oberfläche. Dann kann man den Weg mit ausgeschalteter Spindel abfahren. Gut zum Üben und vor jedem Fräsen, um Tape, Zwingen und Kabel zu prüfen.

Fräsrichtung: Dem Pfeil am Bildschirm folgen. Der Shaper fräst so normalerweise im Gegenlauf.

Aktionsradius: Der Shaper korrigiert nur etwa 12,7 mm. Verlässt du den Kreis oder schiebst du zu schnell, fährt der Fräser hoch. Dann zurück auf die Linie und neu eintauchen.

Drehzahl, Vorschub und Tiefe

Die Drehzahl stellst du am Drehzahlregler der Spindel ein: Stufe 1 ≈ 10.000 bis Stufe 6 ≈ 26.000 U/min. Der Vorschub ist die Auto-Geschwindigkeit, einstellbar am Gerät.

Werte nach Material:

Außerdem:

Details: Parameter-Empfehlungen je Material, Spindeldrehzahl einstellen.

Dateien auf den Shaper bringen

Shaper Workstation und Shaper Plate

Beide sind im ZAM vorhanden. Die Nutzung ist nur nach zusätzlicher mündlicher Einweisung erlaubt.

Workstation (für kleine oder senkrecht gespannte Werkstücke):

Plate (Tape-Platte, die auf große Werkstücke gelegt wird):

Nach dem Fräsen / Aufräumen

Transport außerhalb der Werkstatt: Netzstecker ziehen, Fräser ausbauen, die beiden roten Transportsicherungen einsetzen. Siehe Origin sicher transportieren.

Abrechnung

Abgerechnet werden zwei Posten:

Die allgemeinen Werkstattkosten (Mitgliedschaft oder Nutzungsgebühr) fallen zusätzlich an.

Typische Fehler

Problem

Ursache und Abhilfe

Shaper findet seine Position nicht

zu wenig Tape oder zu große Abstände, Kamera verschmutzt, flackerndes Licht oder Spiegelungen. Tape ergänzen und nachscannen.

„Origin wurde aus dem Fräsbereich herausbewegt“

Kreis verlassen. Fadenkreuz zurück auf den Pfad, grüne Taste.

„Das ShaperTape hat sich verschoben“

Tape oder Werkstück bewegt, fremdes Tape im Bild, Tape nicht auf einer Ebene.

„Z Touch fehlgeschlagen“

Grundplatte liegt nicht ganz auf.

Maße stimmen nicht

falscher Fräserdurchmesser, falsche Fräsart, Versatz-Vorzeichen falsch, SVG-Einheiten falsch

Tiefe stimmt nicht

Z-Touch vergessen, Spindel nicht bis zum Anschlag eingesetzt, Fräser gerutscht

Fräser fährt ständig hoch

zu schnell oder ruckartig geschoben oder beim Eintauchen bewegt. Besser den Auto-Modus nutzen.

Spindel läuft nicht mehr an

Überlastschutz hat ausgelöst. Hindernis entfernen, Spindel aus- und wieder einschalten, flacher fräsen.

Teile verrutschen oder fliegen weg

Klebeband fehlt unter ausgeschnittenen Teilen, Opferplatte nicht gespannt

Tape reißt oder spaltet

zu schnell abgezogen oder zu kalt

Spindel sitzt schwergängig, Halterung beschädigt

Klemmschraube überdreht, sie wird nur handfest angezogen

Weiterführende Quellen

Sicherheitszeichen nach ISO 7010 von Wikimedia Commons (gemeinfrei). Teile dieser Seite orientieren sich an der Einweisung Shaper Origin des FAU FabLab (CC BY-SA 4.0).


Revision #3
Created 2026-10-27 21:55:53 UTC by Julian Hammer
Updated 2026-10-27 22:31:59 UTC by Julian Hammer